Viagra als Alternative zu Viagra?

Nein, liebe Leser und Leserinnen, ich habe nicht zu tief ins Glas geguckt, es ist kein Fehler. Generika sind Alternativen von beispielsweise Viagra in Form von Kopien des Präparates. Diese werden meist durch dieselbe Zusammensetzung, sicherlich aber durch denselben Wirkstoff charakterisiert. Im Fall von Viagra handelt es sich um den PDE-5-Hemmer Sildenafil. Sämtliche Produkte, die auf Basis von Sildenafil funktionieren, dürfen als Generikum von Viagra bezeichnet werden. Diese Generika sind durch die Bank weg wesentlich günstiger als das Original, da die teuren Forschungen und Feldversuche, die zur Zulassung eines Medikamentes nötig sind, entfallen. Wie die Nachahmer an die Rezeptur gelangen und ob das völlig rechtens ist, oder aber unter den Begriff der Industriespionage fällt, darf uns als Verbraucher getrost völlig Schnuppe sein. Fakt ist die Preisdifferenz und der somit entstehende Marktkampf, den der Ersthersteller erdulden muss. Pfizer, dem Entwickler von Viagra ist diese Konkurrenz ein Dorn im Auge und so bedient er sich eines sowohl simplen wie auch genialen Tricks. Er verkauft das Original Viagra unter einem anderen Namen als Billig-Kopie. Getreu dem Motto „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ sichert er sich somit ebenfalls einige Marktanteile der Generika.

Der Pfizer Trick

Nun ist diese Methode der Marktsicherung nichts Neues, Pfizer allerdings setzt seiner Verdienstspanne eine Krone auf. Kurz vor Ablauf des Patentschutzes erhöhte der Hersteller der blauen Pille die Preise in zwei unauffälligen Stufen. Der Konzern hat über die Preisgestaltung freie Wahl, denn das Rezept wird weder in Europa noch in der Schweiz von den Krankenkassen erstattet. Die firmeneigene Kopie des Erektionsförderers wurde um exakt 27% billiger angeboten, als das Original und erzielte somit – man höre und staune – denselben Preis wie Viagra vor den Preiserhöhungen. Diese Art des Wettbewerbs stößt unter den Schweizern auf harsche Kritik. Warum? Generika sind dazu da, mit denselben Wirkstoffen, dieselbe Leistung zu einem günstigeren Preis zu erbringen. Die Zeit, worin sich der Entwickler eine goldene Nase verdienen konnte, ist vorbei, dafür gibt es schließlich den zeitlich begrenzten Patentschutz. Mit der vorhergegangenen Preissteigerung von Pfizer wurde der Preis des Generikums künstlich in die Höhe getrieben. Auf der anderen Seite der Medallie muss zugunsten Pfizers werden, dass Generika immer die Gefahr mit sich bringen, dass sich bei den Kopien kleinste Fehler einschleichen. Kopiert der Hersteller sein eigenes Produkt, ist dieses Manko ausgeschlossen. Bei diesen typischen Fehlern der Nachahmer handelt es sich meist um fälschliche Dosierungen bzw. Dosierungsangaben der Wirkstoffe, die teils unterdosiert sind, und damit dem Preisvergleich nicht standhalten können. Andererseits wurden bereits diverse Billig-Viagra vom Schweizer Zoll sichergestellt, die fast um das doppelte überdosiert waren. Wer den vorangegangenen Bericht mit dem Thema „Nebenwirkungen von Viagra“ aufmerksam gelesen hat, kann sich ausmalen, dass eine diese Überdosierungen mitnichten auf die leichte Schulter zu nehmen sind.

Sildenafil ist nicht alles …

Echte Alternativen zu Viagra sind Präparate, die nicht auf Basis von Sildenafil wirken, sondern andere Pharmawirkstoffe mit gleicher Funktion beinhalten. Seit dem Frühjahr 2003 bis heute befinden sich zwei erfolgreiche Alternativen mit Phosphidieesterasehemmern auf dem Markt, die auch selbst wieder diverse Generika nach sich zogen. Die Rede ist von Cialis, das auf Basis von Tadalafil arbeitet und Levitra mit Vardenafil. Die Hauptunterschiede zwischen den beiden Alternativen zu Viagra sind in der Effizienz zu suchen. Zwar wurde beobachtet, dass vereinzelt auftretende Nebenwirkungen wie Sehstörungen bei Vardenafil und Tandalafil in schwächerem Maße auftreten als bei einer Sildenafil-Behandlung, dafür ist eine höhere Dosis vonnöten, um dieselbe Wirkung wie bei Viagra zu erzielen. Auch die Dauer, bis das Medikament „anschlägt“ und wie lange es wirkt, unterscheiden sich von Viagra. Die Freisetzung der Wirkung des Levitra von der Bayer AG kann nicht exakt definiert werden. Je nach Konstitution und Situation beginnt es, die Hilfsbereitschaft bereits nach 10 Minuten zu entfalten. In ungünstigeren Fällen kann es sich allerdings bis zu 12 Stunden hinziehen, bis die volle Pracht Gewehr bei Fuß steht. Die Wirkung des Mittels hält etwa 10 Stunden an, was bedeutet, dass eine prophylaktische Einnahme mitunter vergebens ist. Cialis von Lilly Pharma ist der Langstreckenläufer unter den PDE-5-Hemmern. Obwohl es bereits nach einer halben Stunde einsatzbereit ist, kann die Lust der Lenden bis zu 36 Stunden stabilisiert werden - wohl gemerkt, auch bei diesen Alternativen muss eine mentale Stimulierung vorausgehen. Im Gegensatz zu Viagra, wobei es heißt „Hopp oder Topp“, nimmt die Wirkung von Cialis im Laufe der Zeit ab. Viagra befindet sich in Bezug auf die Wirkungsspanne im soliden Mittelfeld. Es setzt innerhalb 30 bis 60 Minuten ein und wirkt zu 100% bis zu etwa 4 Stunden. Genügend Zeit, die Pille zum Abendessen einzunehmen, einen romantischen Abend an der Promenade oder vor dem Fernseher zu verbringen, um anschließend den Tag in trauter Zweisamkeit ausklingen zu lassen.