Ist Viagra in der Schweiz ohne Rezept erhältlich?

Die Frage der Fragen und es gibt nur eine Antwort: nein. Sowohl Viagra wie auch deren Generika und preiswertere Nachahmungen wie z.B. das „Volks-Viagra“ sind in der Schweiz rezeptpflichtig. Da die Kosten im Ausland wesentlich günstiger sind, greifen viele Eidgenossen auf die Pille aus den angrenzenden Staaten zurück. Zugelassene Medikamente, und dazu gehört das Original Viagra, dürfen zollfrei in die Schweiz eingeführt werden, solange die Höchstmenge eines Monatsbedarfs unterschritten bleibt. Diese Menge ist anhand der Wirksamkeit Viagras sehr einfach zu ermitteln. Bei einer Wirkdauer von mindestens 5 Stunden kann davon ausgegangen werden, dass die theoretische Maximalmenge bei 1-2 Tabletten pro Tag liegt. Auf einen durchschnittlichen Monat mit 30 Tagen aufsummiert, dürfen etwa 30-60 Tabletten pro Lieferung durch den Zoll eingeführt werden. Die Anzahl der importierbaren Tabletten richtet sich in der Tat nach dem Anteil an Sildenafil. Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic gibt bekannt, dass maximal 3.000 mg Sildenafil als Eigenverbrauch deklariert werden dürfen. Wird eine geringere Dosierung gewählt, kann die Menge an zollfrei einführbaren Viagratabletten erhöht werden. Dabei fallen lediglich die Bearbeitungsgebühren des Amtes an. Selbst wenn eine Geschäfts- oder Urlaubsreise nach Deutschland oder Österreich ansteht, darf der Eigenbedarf mitgenommen werden. Es wäre sicherlich noch einfacher, ein Medikament mit der Schweizer Zulassungsnummer zu finden, aber die sind auf dem europäischen Markt eher spärlich gestreut. Ein schlechtes Gewissen braucht deswegen niemand zu bekommen, denn selbst die Hustenpastillen „Fisherman´s Friend“ benötigen in der Schweiz eine Registratur. „Gut für Husten“ - lautete ein Werbeslogan der Atemwegsbefreier und somit fällt es in die Heilmittelkategorie E.

Rezept ohne Arztbesuch

„Wenn das mal gut geht …“ sind nach wie vor einige Skeptiker zu vernehmen. Deutsche Ärzte behandeln in England Schweizer Patienten per Chat oder Mail? Warum soll das nicht gut gehen! Was passiert beim Onkel Doktor, wenn man ihm erzählt, dass es im Bett nicht mehr so klappt? Wahrscheinlich wird er feststellen, dass die Durchblutung der Haut im Gesicht bestens funktioniert, denn das wird an den roten Ohren und Wangen mehr als nur deutlich. Auch die Arzthelferin wird sich denken können, welchen Zweck der Arztbesuch hatte, denn die „gesunde Gesichtsfarbe“ hält mindestens, bis wir mit dem ersehnten Rezept in der Hand aus der Praxis entfleucht sind. Was genau geschieht bei Arztbesuchen? Patienten klagen ihr Leid und offenbaren ihre Vorstellungen, der Doc fragt ein bisschen die Hintergrundgeschichte ab und fällt sein Urteil äh, diagnostiziert eine medikamentöse Therapie. Warum soll das nicht per Mail funktionieren, nur dass wir uns den peinlichen Gang ersparen? Sicherlich gibt es im Netz einige Scharlatane, die sich als „Arzt“ ausgeben, diese sind aber durch fehlende Zulassungen, Foren oder anderer Vergleichsmöglichkeiten sehr leicht lokalisierbar. Mit einem geringen Maß Recherchearbeit sind sogar „Net-Ärzte“ mit Schweizer Zulassung ausfindig zu machen.

Kann Viagra über das Internet bezogen werden?

Ja, kann. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die Onlineapotheke, egal ob sie in der Schweiz oder im Ausland liegt, seriös ist. Meistens handelt es sich um reguläre Apotheken, die zusätzlich einen Online Versand anbieten. Auch wenn die Schweiz nicht zur EU gehört, darf die EU-Zulassung der Medikamente für die Bewohner der neutralen Alpenrepublik als Maßstab für die Unbedenklichkeit angesehen werden. Rezepte können nicht nur im Ausland eingelöst werden, denn bislang haben diverse Schweizer Versandapotheken bereits ihre virtuellen Pforten geöffnet. Eine Abrechnung via Krankenkasse ist derzeit noch nicht möglich. Bei einigen online Ärzten wird die Bestellung bei den Mediservices inklusive angeboten. Die Kosten für Onlinfragebogen, Rezeptausstellung, Bestellung und Versand betragen im Schnitt etwa 30 Franken. Es wird von Swissmedic ausdrücklich vor Nachahmungen gewarnt. Bei 120 Proben wurden 40% mit schweren Qualitätsmängeln entdeckt. In einigen Exemplaren war zu wenig Sildenafil enthalten, andere waren fast um das doppelte überdosiert oder es wurden die falschen Wirkstoffe in das Präparat gemengt. Gerade in der Schweiz ist eine mehrsprachige Packungsbeilage ratsam, die bei Billigprodukten oft fehlt. Wenn schon Erektionsförderer über das Internet bestellt werden, dann bitte Viagra in Originalform. Die paar Franken sollten es doch Wert sein, oder?